Der Apfel aus Langenbrettach
Der Einzigartige Brettacher Apfel
Ein Favorit für Profis und Hobbygärtner
Der Brettacher Apfel, geschätzt von Fachleuten und Hobby-Obstbauern gleichermaßen, ist wirklich einzigartig. Sein Geschmack mag auf den ersten Biss überraschend sein – saftig und leicht säuerlich – doch schnell gewinnt er die Herzen. In den Unterlagen der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau, Weinsberg, wird er folgendermaßen beschrieben: „Groß bis sehr groß, mittlerer Zuckergehalt, leicht gewürzt, mit erfrischender Säure, Tafel- und Wirtschaftsapfel, fruchtig herb, mittlerer Gehalt an Vitamin C, erfrischend.“
Ein Stück Heimat
Der Brettacher Apfel ist ein echter Lokalheld, gewachsen auf dem fruchtbaren Boden von Brettach, und kein „Einwanderer“ wie der Golden Delicious oder Cox Orange. Er ist so sehr Teil der Gemeinschaft, dass er sogar das Wappen des Ortes ziert.
Tradition und Geschichte
Der Obstbau hat in Brettach eine lange Tradition. Bereits 1853 beschrieb der Ortschronist Franz Häfelin die Gemeinde als blühend im Feldbau, Viehzucht, Wein- und Obstbau. Mit 1.351 Hektar Land, davon ein Großteil Ackerland und Obstwiesen, wurde Brettach bekannt für seine hochwertige Landwirtschaft.
Der Zufallssämling
Der „Brettacher Sämling“ entstand durch Zufall. Früher keimten Apfelkerne auf den Tresterhaufen der Bauernhöfe. Diese wilden Sämlinge wurden in die Weinberge gepflanzt, einige davon veredelt. 1911 entdeckte der Baumwart Karl Zorn einen besonders kräftigen Sämling, der schließlich zu einem Apfelbaum heranwuchs und die ersten großen „wilden“ Äpfel hervorbrachte. Diese Qualität erkannte man sofort und gab dem Apfel den Namen „Brettacher“.
Herausforderungen und Erfolge
In den 60er und 70er Jahren machten neue Apfelsorten dem Brettacher das Leben schwer. Doch Dank seines geringen Pflegeaufwands und seiner Widerstandsfähigkeit kehrt er zurück in die Gärten und auf die Märkte. Seine Blüten sind frosthart, das Holz robust und die Äpfel lange lagerfähig.
Nachhaltiger und pflegeleichter Anbau
Der Brettacher Baum wächst kräftig, bevorzugt sonnige, warme Lagen und gedeiht auch ohne viel Pflege. Nach der Ernte Ende Oktober sind die Äpfel ab Weihnachten genussbereit und bleiben bis Ende April frisch.
Ein neuer Aufschwung
Mit wachsendem Umweltbewusstsein und dem Trend zur Natur kehrt der Brettacher Apfel in die Gärten zurück. Besonders Hobby-Obstgärtner schätzen seine pflegeleichte Natur und die reiche Ernte. Obwohl der ursprüngliche Stammbaum im Zuge der Flurbereinigung entfernt wurde, lebt der Brettacher Apfel weiter und erfreut sich neuer Beliebtheit.
Entdecken Sie den Brettacher Apfel – eine Frucht mit Geschichte, Tradition und nachhaltigem Charme.
Besonderheiten des Brettacher Apfels:
- Form: plattrund, schwach gerippt, regelmäßig
- Stiel: mittellang, Stielgrube weit und mitteltief
- Kelch: ziemlich eng, mittelreif, lange und schmale Blättchen, unregelmäßig, schwach höckerig
- Schale: gelblich-grün bis weißlich-grün, glatt, fettig, wachsig, sonnenseits geflammt, leuchtend rote Backe, Deckfarbe scharf abgegrenzt
